Ein historisches musikalisches Geburtstagsfest zum „100.“ erwartet alle Kirchenbesucher am Montag, 09.02.2026, ab 19.00 Uhr in der Stadtkirche St. Peter zu Sonneberg.
Nein, hier ist nicht die Rede vom „Hundertjährigen, der aus dem Fenster sprang…“, auch ist die betreffende Person nicht mehr unter den Lebenden, aber: Bei Komponisten, die ein derart umfangreiches kompositorisches Schaffen hinterlassen, wie Carl-Theodor Hütterott, geb. am 09.02. 1926 in Bremen (das komplette Werkverzeichnis gibt es hier als PDF-Dokument), nimmt die musikalische Forschung die großen Jubiläen (100 Jahre, 250 Jahre…) oftmals zum Anlass zu Gedenkkonzerten, Konzertreihen oder auch, um unbekannte Komponisten bekannt zu machen.
Dies hat sich besonders Martin Hütterott, Kantor in Sonneberg seit 2004, zur Aufgabe gemacht, macht doch ein großer Teil der Kompositionen die kirchenmusikalischen Werke aus, von denen ja auch schon einige in Sonneberg zu hören waren. Aber Carl Theodor Hütterott hat auch zahlreiche andere musikalische Genres bedient, so Jazz-Arrangements, deren Anfänge in den 1950er Jahren eine Jazz-Combo mit James Last am Kontrabass, damals noch unter dem Namen Hans Last, markierte. Weiterhin ein sehr umfangreiches Schaffen für Chor a capella und auch mit Instrumenten, welches aus der Tätigkeit als Stimmbildner des ESG Gütersloh (evangelisch-stiftisches Gymnasium) und als aktiver Chorsänger des Gütersloher Bachchores unter KMD Hermann Kreutz, später Sigmund Bothmann und des Vokalensembles Wiedenbrück (Leitung: Jürgen Wüstefeld) entstanden ist. Diesen drei Chorleitern gebührt ein großes Dankeschön für die Aufführung zahlreicher Chorwerke des Komponisten. Gute Kontakte des geselligen musikalischen Tausendsassas (Zitat Neue Westfälische Zeitung Gütersloh) zu örtlichen Posaunenchören brachten viele Bläserkompositionen hervor, die heute in Notensammlungen namhafter Musikverlage zu finden sind.
Seine Haupttätigkeit im Wohnort Gütersloh jedoch, Oberstudienrat für die Fächer Musik und Geographie mit Haupt-Fachgebiet Stimmbildung für die Stiftskantorei am Gymnasium, brachte ihn in seinen letzten Dienstjahren auf die Idee, eine Jazz-AG zu gründen, die ihn über seinen Ruhestand hinaus zu 7 Musicals inspirierte, die er in Kooperationen mit Lehrerkollegen und Tanzlehrern auf die Bühne brachte. Auch seine eigenen Gesangsschüler wurden hier mit dankenswerten Aufgaben eingesetzt.
Summa summarum beläuft sich sein Gesamtschaffen auf 10 Liederzyklen (Kunstlied), 5 Messen für Chor (geistlich), 50 Motetten f. Chor, die Wochenspruchsammlung für jeden Sonntag des Kirchenjahres (Chor, geistlich), 17 weltliche Chorwerke, 12 Orgelwerke, 30 Solokonzerte (geistlich), 13 Bläserkompositionen, 24 Streicher-Kompositionen und 48 JRP (Jazz-Rock-POP) -Arrangements. Eine genaue Nummerierung des Werkverzeichnisses steht noch aus und wird vermutlich die musikschaffenden 3 Söhne im Ruhestand und die Enkel beschäftigen.
Das Gedenkjahr 2026 nun beginnt am Montag um 19.00 Uhr in der Sonneberger Stadtkirche mit dem 100-jährigen Geburtstag von CTH, wobei diesem Datum besonders zugute kommt, daß die Kreutzbach Sauer-Orgel (deren 100-jähriges Jubiläum im vergangenen Jahr 2025 gefeiert wurde) für die Darstellung des Orgelwerke Hütterotts klanglich sehr gut geeignet ist. Kantor Martin Hütterott an der Orgel und das St.-Peter-Vokalquartett mit Anja Hütterott, Stefanie Ernst, Matthias Erler und Martin Hütterott werden eine kleine Werkschau mit Orgelwerken, Arien, Liedern und Wochensprüchen geben, die eine Ahnung davon geben soll, was noch alles in den Archiven an hochwertigen Musikwerken des ehemaligen Thomaners Carl Theodor Hütterott schlummert. Für den Abschluss des Gedenkjahres sind die Aufführung des „Oratorium de Adventu Jesu Christi“ (Weihnachtsoratorium) am 4. Advent zusammen mit dem WO von J.S. Bach und am Jahresanfang 2027 die Weihnachtsgeschichte nach Jörg Zink für Chor und Instrumente geplant.
